Infos zu dem Jahr 1968 in Berlin

Das Jahr 1968 mag für den einen nur ein Datum sein, für den anderen jedoch ist dies ein Jahr voller Emotionen Eindrücken und prägenden Erinnerungen.  Das Jahr beginnt mit der Gründung eines Aktionsrates zur Befreiung der Frau im Januar 1968. Daneben beginnt zeitgleich die sogenannte „Tet Offensive“ in Vietnam .Diese spielte sich im Vietkong ab  und war gegen die US Truppen gerichtet. Rudi Duschke ein deutscher marxistischer Soziologe äußerte sich wie folgt zur Vietnam Frage „ Der Widerspruch zwischen einem abstrakten moralischen Humanismus auf der einen Seite und dem Sich-Freuen über die amerikanischen Verlustziffern in Vietnam auf der anderen Seite, brachte eine erste tiefe Diskussion über das Problem der Gewalt im revolutionären Kampf. Es zeigte sich, daß nur, ein kleiner Teil der Studentenschaft bereit war, eine solche Diskussion überhaupt zu führen.“ Er führt zudem in einer Rede im Februar 1968  fort, dass auch Deutschland an Vietnam scheitern werde.

Erschüttert war die Welt von dem Vietnam-Massaker welches von US Soldaten verübt wurde.  Am 16.03 kam es in dem vietnamesischen Dorf My Lai zu einer regelrechten Abschlachtung. Die Folge war  am 2.04. ein Brandattentat in einem Frankfurter Kaufhaus, als Protestaktion in Deutschland. Hinter diesem Attentat verbargen sich die bis heute bekannten Andreas Baader und Gudrun Ensslin.  Jedoch ist die Situation in Vietnam nicht die einzige Schreckensnachricht in diesem Jahr gewesen. Am 4.04. wurde der bedeutendste Bürgerrechtler Martin Luther King in Memphis  ermordet. Riesige Rassenunruhen brachen daraufhin in mehr als 100 Städten aus. Der Ernst der Situation wird in folgendem original Zitat deutlich : „Das weiße Amerika hat Dr. King getötet", erklärte Stokely Carmchael von der Black-Power-Bewegung, "es hat uns den Krieg erklärt. Geht heim und holt eure Schießeisen."

Auch Rudi Daschke bekam die Gefahr eines Attentates zu spüren . Am 11.04 überlebt er schwer verletzt einen Anschlag. Verzweiflung und Ratlosigkeit herrschten am frühen Abend des Gründonnerstags im SDS-Zentrum, wo sich spontan viele Menschen versammelt hatten.

Neben der Anti-Notstandskampagne welche sich über den Zeitraum vom 08.05. bis 30.05. erstreckte, kam es am 10.05 zum Beginn des „Pariser Mai“. Hier breitete sich eine zunächst national geplante Studentenrevolte zu einem landesweiten Generalstreik aus.

Das Band der Attentate reißt nicht ab in diesem Jahr. Am 5.06 fällt Robert F. Kennedy ebenfalls einem Attentat zum Opfer.

Neben diesen recht gravierenden Ereignissen gab es noch eine Menge an Geschehnissen in diesem Jahr. Beendet wurde es schließlich mit der Gründung der "maoistische" DKP/ML Partei . Der Start der Auflösung der APO war ab diesem Tage gegeben. Die Folge wahren später die Entstehung unzählig ideologisch verfeindeter Gruppen.

Das Jahr 1968 viele Fakten welche nie in Vergessenheit geraten dürfen. Denn es ist die Geschichte, welche den Menschen prägt.