Berliner Wohngeschichten aus Zeiten des eisernen Vorhangs


Der Begriff „Eiserner Vorhang“ wird für die Grenze zwischen den marktwirtschaftlichen Staaten im Westen (hauptsächlich angeführt von den USA) und den planwirtschaftlich gelenkten, kommunistischen Staaten Osteuropas (teils unter Vorherrschaft der UdSSR) während der Zeit des Kalten Krieges, der von 1945 bis zu den 80er-Jahren dauerte, verwendet. Strenggenommen bezieht sich die Bezeichnung auf die Grenze, die innerhalb Deutschlands zwischen der BRD und DDR verlief. Der Vorhang zog sich jedoch durch ganz Europa, beginnend vom Barentsee und bis zum Schwarzen Meer reichend.

 

Vor allem in den 60er-Jahren gab es in Berlin einen Wohnungsmangel. Und die, die noch eine Wohnung ergatterten, hatten meist nur wenig Raum zur Verfügung, konnten aber keine größeren, besseren Wohnungen finden. In Ostberlin wurden in der Zeit zahlreiche Neubaublöcke errichtet, die das Bild ostdeutscher Städte auch heute noch prägen. Dabei handelte es sich um Streifen-, Block-, Großtafel- und Plattenbauweisen, die zahlreichen Wohnraum für viele Menschen schafften, z.B. zwischen Alexanderplatz und dem Strausberger Platz, wo zwischen 1959 und 1965 ca. 4700 Wohneinheiten entstanden. Noch größere Wohnviertel wurden im Berliner Bezirk Lichtenberg errichtet. Dazu zählen das Hand-Loch-Viertel und das Wohngebiet am Tierpark. Erwähnenswert sind im Weiteren die Wohnbebauung am Leninplatz, die ca. 1200 Neubauten umfasste und die Bebauung der Fischerinsel in Berlin Mitte mit ca. 1500 Wohnungen.

 

Heute bekommt meist jeder die Wohnung in der Größe und dem Bezirk, die er sich wünscht, was jedoch auch stark vom Einkommen abhängt. Umso interessanter und aufregender ist es, sich das Berlin aus der Vergangenheit um das Jahr 1968 vorzustellen und sich Geschichten aus Zeiten des eisernen Vorhangs anzuhören. Dann begreift man auch, warum es in Ostberlin und anderen ostdeutschen Städten so viele Neubaublöcke gibt und viele Menschen auch heute noch darin leben.